Saturday, 1. august 2009 6 01 /08 /Aug. /2009 16:41

Glasmalerei – eine eigenwillig selbständige Kunstform,...
sie beinhaltet faszinierende Seherlebnisse!

Martin Halter Glasmaler, Glasdesigner und Kunstglaser, Bern /Schweiz  

Die Grundtechnik der Glasmalerei, das Zusammenhalten von Glasteilen in einem Rahmenwerk aus Bleiprofilen, ist wahrscheinlich von der Goldschmiedekunst abgeleitet und hat sich während Jahrhunderten nur unwesentlich verändert.

Das auch heute noch nach alter Glasmachertradition gefertigte, mundgeblasene Antikglas mit seiner aussergewöhnlichen Brillanz, mit der beinahe unbegrenzten Farbpalette (bis 5000 rezeptierte Farbtöne), sowie der charakteristischen Bläschenbildung und Schlierenstruktur (gemeint der Hobel auf den Glasoberflächen), eröffnet dem Glasmal-Gestalter unendlich viele  Möglichkeiten sich sehr vielseitig darzubieten.

 

Die Aufgabe des Glasmalers ist es, seine Kreationen oder die eines anderen Künstlers handwerklich und materialgerecht umzusetzen. Vom ausgewählten Farbentwurf erstellt er eine genaue Risszeichnung her, wobei die kleinen (oder grossen) Flächen jeweils mit einer Nummer versehen werden, um Missverständnisse während der Ausführung zu vermeiden. Die Glasschnittlinien werden auf dickes Papier übertragen und mit einer Doppel-Klingenschere (oder Doppel-Messer), entsprechend genau dem Linienverlauf, ausgeschnitten und diese dicken Papierteile werden, identisch zum Aufriss aufgelegt. Mit diesem Doppel-Schnitt (ein anderthalb Milimeter breites Papierstreifchen entfällt) wird ein Zwischenraum geschaffen, wonach bei der letzten Verarbeitungsphase, dieser wieder mit einem Bleisteg aufgefüllt sein wird, sobald der Verbleiungprozess fertig erfolgt ist /die Einzel-Glasteile werden in H-Bleiprofile gefasst (vor deinem geistigen Auge musst du dir ein liegendes H /Bleiprofil vorstellen, wo beidseits Glassubstanz eingeschoben wird). –  Bevor es soweit ist, beginnt der Glasmaler mit der Glasfarben-Auswahl (gewissermassen als Notenblatt dient ihm der Farb-Entwurf, wo er sich jeweils orientieren kann). Nach dieser Glasfarben-Auswahl erfolgt der Zuschnitt der Einzel-Glasteile, die mittels eines Diamanten, genau zu geschnitten werden.

 

Bevor nun die Glasteile in Bleiprofile eingefasst werden, können diese bei Bedarf, zum Beispiel mit Schwarzlotfarbe (Glasmalerfarbe zum Einbrennen) über- /bearbeitet werden. Wie ein Porzellanmaler, übertrage ich die Schwarzlot-Pinselzeichnung (event. mit Patina oder auch ohne) auf die Glasoberfläche, die jeweils in einem Ofen kratzfest eingebrannt wird (560° C). Mit dieser Arbeitstechnik können ganz unterschiedliche Resultate erreicht werden.

 

Langjährige Erfahrungen in Verbindung mit gestalterischem Flair und die Beherrschung einer sensiblen  Pinselhandhabung, erweitern die Möglichkeiten enorm, sich in diesem Metier immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen.

 

Anhang /Ergänzungen zur Kunstform Glasmalerei

 

Der Kunstmaler malt das Licht

Reflektiertes, also zurückgeworfenes Licht, fällt vom gemalten Bilde ins betrachtende Auge. Der Kunstmaler mischt auf seiner Palette und bemüht sich, je nach Begabung, sie auf dem Malgrund zu möglichst Strahlungskraft zu bringen.

 

Der Glasmaler malt mit dem Licht

Einfallendes Licht dringt durch das Glas, direkt auf die Netzhaut des Betrachters. Der Glasmaler verwendet, die ihm, von  Glashütte gelieferten farbigen Gläser, welche er entsprechend weiter bearbeitet. Zum Beispiel: innerhalb des beschriebenen Ablaufes der Verarbeitungstechnik, überträgt er mit dem Pinsel mittels Schwarzlotfarbe (Glasmalerfarbe: metalloxyd-, bleihaltig, in der Regel schwarz-braun eingefärbtes Pulver, angereichert mit Glasfritten, angerieben mit Wasser und minimaler Zugabe von Gummi arabicum zur Förderung einer gelungenen Konsistenz), die von ihm gewollte Linienzeichnung (inkl. Patina-Effekte). Er mischt, im Gegensatz zum Kunstmaler, seine farbigen Glasflächen nicht selber. Aber bei der Glasfarben-Auswahl selbst, bestimmt und ordnet er die dafür erforderlichen Farbzuschnittflächen einander zu. Er wägt ab und entscheidet sich kontinuierlich für jede Farb-Glasflächen-Auswahl. Ein bisweilen langwieriger Arbeitsprozess. Im Grundsatz, weil ihm zuviel Licht entgegen scheint, ist er versucht es mit den vorgenannten Mitteln einzudämmen. In Verbindung mit einer thematisch ausgerichteten Gestaltung /Botschaft.

 

Vielleicht bei nächster passender Gelegenheit weitere INFO’S zu dieser Kunstform (diese hier aufgeführten Anmerkungen hegen keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

 

Angenehme Momente wünschend, falls du ihr bei nächster Gelegenheit begegnen solltest... lasse dich von dieser Kunstform faszinieren, sie hilft mit deine Sinnen zu wecken und zu begeistern!

info@glasmalkunst.ch




von ART IN MARTIN
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